Brünner Todesmarsch jährt sich zum 63. mal

Nach der sog. “Befreiung” 1945 begann für große Teile des deutschen Volkes ein ungeahnter Leidensweg, der in der Zeitgeschichte einzigartig ist. Alleine aus den Gebieten der ehemaligen Tschechoslowakei wurden ca. 3 Millionen Deutsche auf brutalste Art und Weise vertrieben, rund 300.000 von ihnen überlebten die Torturen nicht, wurden vom aufgehetzten tschechischen Mob erschlagen, erschossen, bei lebendigem Leibe verbrannt, zu Tode gepeitscht, vergewaltigt, oder sie starben an körperlicher Erschöpfung auf den “Todesmärschen” ins Ungewisse. Entschädigung haben sie dafür bis heute nicht erhalten. Während jüdische Opfergruppen unersättlich Geld fordern und Wiedergutmachungen für ihre zweifelsohne schrecklichen Leiden erhalten, gingen die deutschen Opfer bis heute weitgehend leer aus. Nachfolgend eine Presseaussendung des Sudetendeutschen Pressedienstes:

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Wien, am 19. Mai 2008

Brünner Todesmarsch jährt sich zum 63. mal

Am 31. Mai 1945 (Fronleichnamstag) mußten 35.000 Deutsch-Brünner die Heimat verlassen.

Kriegsende. Die Leute kriechen aus den Kellern, wollen wieder an die Arbeit  gehen. Aber ihre Arbeit ist nicht mehr. Die Gewalt in Brünn liegt in den Händen der Tschechen. Einheimische Tschechen sagen zu ihren deutschen Bekannten: “Es wird schon wieder gut werden, jetzt sind endlich die Nazi fort, nun wird alles wieder wie früher!” Viele Deutsche glaubten es .. Es wird aber täglich schlechter, die Deutschen werden entlassen, dürfen nur mehr manuelle Arbeit leisten, müssen ausnahmslos weiße Armbinden tragen (N =
nemec = Deutscher) die sie kennzeichnen. Präsident Edvard Benesch besucht Brünn, es ist der Auftakt für das Kommende. In “Koleje”, einem ehemaligen tschechischen Studentenheim, das während der Nazizeit als Gefängnis diente, spricht Benesch zu Arbeitern und Studenten. Er ruft nach Rache …
 er entfacht in den Zuhörern einen Hass, der sich blind auch gegen Schuldlose richtet. Die Studenten und Arbeiter kehren anders heim nach Brünn / Brno, als sie zur “Koleje” hinausgezogen sind, sie sind bereit, bereit zur Tat!

Und diese Tat ist die Massenaustreibung der Brünnerdeutschen Bevölkerung - vornehmlich Frauen, Kinder und alte Menschen - die in der Nacht zum 31. Mai 1945 begann. Spätabends wurde die Parole ausgegeben: “Vechny nemci ven!” “Alle Deutschen raus!” Trupps bewaffneter Arbeiter und Partisanen eilen von Haus zu Haus, die Gewehrkolben donnern an die Türen .. “Packt das Wichtigste, ihr müßt fort! In zwei Stunden müßt ihr am ‘… Platz’ gestellt sein. 15 kg Gepäck, mehr nicht!” In der Morgendämmerung formierte sich ein Zug von 35.000 Menschen, der sich Richtung Süden in Bewegung setzte. Alle paar Meter ein Posten, das Gewehr griffbereit, Kolbenschläge sind ermunternd für müde Menschen. Durch ein Gewitter erreicht der Zug Pohrlitz / Pohoøelice, mit nassen Kleidern, durstig und hungrig. Verkeimtes Wasser führt zu den  Ruhrerkrankungen, Hunderte sterben, auch durch Mißhandlungen. Den nächsten Abend erreichten
sie die österreichische Grenze, Bauern helfen, aber die Tausenden sind zuviel, wieder sterben Hunderte, sie kommen in Massengräber entlang der Brünnerstraße bis Wien.

Besuch der Massengräber und Gedenken der Toten Termin: Samstag, 31. Mai 2008. Organisation: BRUNA-Wien Kranzniederlegungen und Gedenken finden bei den Massengräbern des Schwarzen Kreuzes in den Friedhöfen von Gaweinstal, Mistelbach, Wilfersdorf, Erdberg, Wetzelsdorf, Poysdorf (Mittagspause ca. 12.30 bis 14.00 Uhr), Herrnbaumgarten, Steinebrunn, Bad Pirawarth, Wolkersorf und Stammersdorf statt.

Zu den Massengräbern in Hollabrunn, Purkersdorf und Eisenerz können wir leider nicht gemeinsam fahren, da sie von der Brünnerstraße zu abgelegen liegen. Der Vorstand der BRUNA wird diese Gräber gesondert aufsuchen. Mitfahrt im Autobus kostet 10,– Euro, Anmeldung bei Obfrau Ulrike Tumberger, Telefon 01/804 17 29, ab 18.00 Uhr - oder per E-Mail: chrisi33333@aon.at. Hier erhalten Sie auch nähere Auskünfte über Abfahrt und Rückkunft.

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