NESTBESCHMUTZER KNOPP die 538ste…
Nach „DRESDEN“ und „DIE FLUCHT“ kommt nun ein weiterer Zweiteiler zur besten Sendezeit. Zwar schön, daß dem ansonsten im öffentlich betriebenen Schuldkult gehaltenen Bundesbürger auch einmal die Leiden der eigenen unschuldigen Zivilbevölkerung vor Augen geführt wird.
Realitätsnahes hat man aber nach der politisch-korrekten Liebes-Schmonzette „DRESDEN“ über einen bemitleidenswerten abgeschossenen angloamerikanischen Terrorbomber und seinem jungen Dresdner Liebchen oder dem feudalen Epos der „erzwungenen Wanderschaft“ ostdeutscher Flüchtlinge gar nicht erwartet.
Allerdings ist es mehr als GREULICH (so übrigens der Name der Mitverantwortlichen für den 2. Teil der „Gustloff“-“Dokumentation“ – nomen est omen), wenn ständig darauf hingewiesen wird, daß das GREULICHe ja nur ZURÜCKschlägt und Deutsche ja alles Böse angefangen haben. Also: SELBST SCHULD !
Oder wie der fiktive Vater der Tilsiter Flüchtlings- und Marinehelferin Erika Galetschki (natürlich das Liebchen des Kapitäns „Kehding“) meinte:
„WIR lassen die ganze Welt bluten … und dann bezahlen wir für alles“.
Oder die ansonsten verdienstvolle Hildegard Rauschenbach im historisch sehr zweifelhaften Originalton: „Leider vergessen das ja soviele, daß WIR DIES unserem Führer zu verdanken hatten“.
Es ist mehr als unverständlich, daß der überlebende damals 18jährige Zahlmeister-Assistent und „Gustloff“-Bücherschreiber Heinz Schön den Tod von mehr als 10.000 Menschen am 30.1.1945 mehrfach und unermüdlich als „KEIN Kriegsverbrechen“ und „LEGALE Kriegshandlung“ darstellt.
Als ob der Kommandant des sowjetischen U-Bootes „S-13″, Kapitänleutnant Marinesko, Röntgenaugen gehabt hätte und er die 1.000 Marine-Soldaten auf der „Gustloff“ hätte erahnen können, bevor seine 3 Torpedos trafen. Marinesko wurde übrigens der Orden „Held der Sowjetunion“ postum zuerkannt und erst vor wenigen Jahren Denkmale in St. Petersburg und Königsberg errichtet!
Perfide werden wieder einmal deutsche Soldaten und Marinehelferinnen dargestellt, insbesondere deren Führung. Saufend, kalt, unbarmherzig, rauschsüchtig, niederträchtig und feige.
Wie realistisch war hingegen der bislang einzige Film über das größte Schiffsunglück der Weltgeschichte (!) – der im deutschen Fernsehen ungern gezeigte schwarzweiß-Film aus den 1950ern „Nacht fiel über Gotenhafen“!
Da verwundert es erst gar nicht, daß Heiner Lauterbach im Vilsmayerschen Zeitgeist-Machwerk als Kapitänleutnant „Kehding“ nur im 1. Teil des lauen Tendenz-Filmes sein Ritterkreuz trägt – so als ob man seine höchste Tapferkeitsauszeichnung wie sein Hemd wechselte. Und daß der Befehlshaber der angehenden U-Boot-Soldaten an Bord, Korvettenkapitän „Petri“ (den realen KK Wilhelm Zahn darstellend) sein Deutsches Kreuz in Gold nur im 2. Teil des Filmes trägt. Höchstausgezeichnete stellt man hier dar als feige und charakterlich minderwertig!
„Petri“ auf der „Gustloff“ 2008 über seinen Schäferhund:
„Hasso beißt nicht, er ist nur ein deutsches Großmaul!“
Im realen Leben heißt sein Hund wohl „Guido„.
Peter Hild